Der Rote Faden

Red Line

von Siegfried Fastus
Nimm nun du, oh Mensch, dem Theseus gleich,
Den roten Faden wieder auf,
Hinab geworfen in der Liebe Streben,
dank Ariadne kluger Tat,
Um dich hinaus zu führen
Aus deinem Sinnenweltenlabyrynth,
Ins Leben.

Gefangen bist du allemal in deinen engen Mauern,
dies ist dein Leid und auch dein Sehnen,
befeuert von dem einen selben Stoff,
Der Angst, dem Wunsch nach Sicherheit,
Letztlich dem Drang zum Überleben.

Nimmst du, oh Mensch, den Faden, ganz tapfer
Und seiner Farbe folgend wieder auf,
Tu dies mit Gottvertrauen,
Trotz aller Sorgen, Zweifel oder Klagen,
Ein neues Haus wirst du erbauen,
Das dann dem Plan der Seele eher mag behagen.

Den alten Menschen abzustreifen –
Ein neues Ich stellt sich schon ein –
Ganz auf die Macht des Wandels zu vertrauen,
Das wird nun all dein Streben sein.
Nimm nur ganz ruhig, oh Mensch,
Den roten Faden wieder auf,
dem Theseus gleich und mit demselben Ahnen,
dass dies der wahre Weg der Seele ist,
Lass dein Licht leuchten,
Ziehe deine Bahnen.

Verfolge nun, oh Mensch, dem Theseus gleich,
Den Weg des roten Faden,
Hinab geworfen in der Liebe Streben
Und mit der Weisheit Rat,
Um dich hinaus zu führen
Aus deinem Sinnenweltenlabyrynth
Ins Leben.

© Foto Fabian Gehweiler

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