Die Katze auf dem Dach

Die Katze

von Roland Gehweiler
Nur am Rande bemerkt man dass die Realität, sich eigenartigerweise
verschieden und unterschiedlich zu offenbaren vermag, das hat jeder schon
einmal erlebt. So, was soll das also alles?

Wir sehen die Dinge und Menschen durch unsere Brille und unsere Filter.
Was ist wirklich wahr, was bilden wir uns ein?
Wo ist die Grenze zum Allgemeingültigen und wo entdecken wir neue Konturen
der Wirklichkeit? Alles scheint zu zerfließen und überzugehen in eine
neue unbekannte Dimension. Wer liegt richtig, wer weiß, was da tatsächlich
passiert?

Die Katze auf dem Dach schaut und beobachtet was da geschied, mehr nicht.
Wir aber bewerten, wiegen ab, stellen gegenüber und vergleichen.
Wir verlieren die Klarheit und verstricken uns in Spekulationen wie etwas
sein könnte. Was ist Wahrnehmung? Nehmen wir wahr oder interpretieren wir nur?

Meist läuft es darauf hinaus, dass wir denken wir hätten es kapiert und nun
könnten wir das alles in bare Münze umsetzen und uns davon nähren.
Wir erklären alles und jeden und dann klappt alles wie ein Kartenhaus zusammen,
weil wir mal wieder alles nur gedacht, statt gemacht haben.

Wie baut man ein Haus? Stein für Stein stellt man die Wände auf ein festes
Fundament und zum Schluss kommt das Dach, das alles übergreifende, deckende
Gebilde, welches uns vor allen Unbilden des Lebens schützt.

Jetzt kommt die Katze wieder ins Spiel und setzt sich auf den Giebel und schaut,
neugierig auf das was sich da so tut. Würden wir das auch machen, wir könnten
von der Katze lernen, es bieten sich vielleicht Gelegenheiten aus diesem ernsten
Dasein herauszutreten und uns einfach so im Sein zu finden. Können wir das?
Sicher das Haus wird älter und es muss gepflegt und teilweise erneuert werden,
manchmal geben wir auch viel zu schnell auf, aber sicher ist: Wir machen uns das
Ganze selber und wenn wir es nicht selber machen, lassen wir uns etwas aufdrücken,
fühlen uns für die Häuser und die Katzen auf den Dächern von anderen zuständig.

In einer Zen Geschichte erzählt der Meister davon, dass er nach langer Reise
nachhause kam und ein Sturm sein Dach vom Haus gerissen hatte. Gelassen und
mit Freude setzte sich der Meister in das dachlose Haus und sagte:
„Wie schön, dass ich nun alle die Sterne besser sehen kann.“ Was würdest Du tun?
Die Sache mit der Katze, die da so unwirklich sitzt und dir geradewegs in die
Augen schaut, ist eigentlich nur ein Beispiel dafür, wie uns der Verstand die
Sicht auf die 10000 Dinge im Erleben verstellt.
Der Katze ist das Ganze eigentlich egal, sie reagiert auf den Moment und mehr
haben wir auch nicht zur Verfügung.

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